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Kritische Aspekte und Lösungen der additiven Fertigung von Implantaten


Zum Symposium „Additive Fertigung von Implantaten - kritische Aspekte und Lösungen“ hat die Clustermanagement-Gesellschaft MedicalMountains im Mai in die Stadthalle Tuttlingen eingeladen: Mehr als 30 Teilnehmer aus ganz Deutschland sind dieser gefolgt und erwarteten von den hochkarätigen Referenten vor allem wichtige Informationen und Lösungen zum Thema „kritische Aspekte“.

Die verschiedenen Techniken der additiven Fertigung, auch 3D-Druck genannt, ermöglicht Medizintechnik-Unternehmen eine kostengünstige Fertigung von Kleinstserien, wie auch von komplexen und/oder patientenspezifischen Strukturen bei Implantaten. „Immer mehr Medizintechnikunternehmen arbeiten an der Entwicklung neuer Implantate, die mit additiven Fertigungsverfahren hergestellt werden sollen“, erklärt Julia Steckeler, Projektleiterin bei MedicalMountains bei ihrer Begrüßung. „Es zeigt sich jedoch, dass diese Trend-Technologie nicht nur Vorteile bietet. Immer wieder treten unerwartete Probleme auf, die andere Herangehensweisen als bei mit klassischen Verfahren gefertigten Produkten erfordern“, fügt sie hinzu.

Klaus Frösel, Mitbegründer von Medical Device Services, dem weltweit tätigen und anerkannten Spezialisten für die biologische Sicherheit von Medizinprodukten und Experte mit jahrelanger Prüfpraxis führte durch das Programm. „In einigen Bereichen ist eine besondere Sorgfalt erforderlich, um die allgemein geltenden Anforderungen für Medizinprodukte, auch für die additiv hergestellten Produkte erfüllen zu können“ stimmte er die Teilnehmer ein. So zum Beispiel im Bereich der Reinigung, der Verpackung oder der Prüfung der additiv gefertigten Produkte, so Frösel weiter.
 
Vier Spezialisten verschiedenster Fachbereiche zeigten den Teilnehmern die auf ihren eigenen Erfahrungswerten basierenden Probleme sowie Lösungsansätze speziell für die additive Fertigung von Medizinprodukten auf:

Stephan Janson, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften (iwb) der Technischen Universität München, einem der großen produktionstechnischen Institute in Deutschland, gab zu Beginn einen Überblick über die Normen und Richtlinien zum Thema „Additive Fertigung – Verfahrensprinzip und Übersicht der Verfahren“. und brachte weiterhin wichtige Erkenntnisse seiner Forschung im Bereich „Additive Fertigung von Implantaten – Sind die Prozesse wirklich schon zu Ende entwickelt?“ ein.

Klaus Frösel, Moderator und Referent, befasste sich mit der biologischen Sicherheit und den in der Praxis auffällig gewordenen Problemen mit additiv gefertigten Implantaten. Außerdem referierte er zum Thema „Reinheit von additiv gefertigten Implantaten – relevante Untersuchungsparameter und risikoorientierte Besonderheiten“.

Mit den Möglichkeiten und Grenzen der Reinigung befasste sich auch Dr. Bettina Leyen, freiberufliche Produktmanagerin bei der Bernd Olschner GmbH, einem führenden Hersteller für Reinigungsprodukte in den Bereichen chirurgische Instrumente und Implantate.

Abschließend wurde den Teilnehmern aufgezeigt, welche Anforderungen additiv hergestellte Implantate an ihre Verpackung stellen. Martin Hutzler, Geschäftsführer und technischer Leiter der steripac GmbH, einem führenden Dienstleister im Bereich der Reinigung, Verpackung und Sterilisation von Medizinprodukten, hielt einen Vortrag zu „3dpac – ein innovatives Blister-Verpackungskonzept, nicht nur für additiv gefertigte Implantate mit variierender Geometrie.“

Dass das Thema „Kritische Aspekte und Lösungen der additiven Fertigung von Implantaten“ die Unternehmen beschäftigt und bewegt, zeigte sich auch darin, dass die Symposiums-Teilnehmer rege an den Diskussionsrunden teilnahmen und diese intensiv dazu nutzten, sich zahlreiche praktische Hintergrundinformation und Tipps zu holen, um mögliche Problemlösungen zu vertiefen.

 
 
BU: (v.l.) Stephan Janson, Dr. Bettina Leyen, Klaus Frösel, Martin Hutzler und Julia Steckeler