Material Compliance: Die Konformität beginnt im Kleinsten
Alles andere als trockene Materie: Zertifikatslehrgang baut auf praxiserprobtem Erfahrungsschatz auf

Tuttlingen – Ob REACH, RoHS oder MDR: Gesetzliche und kundenspezifische Vorgaben machen es heute unerlässlich, dass Medizintechnik-Unternehmen genau wissen, welche Stoffe in welchen Konzentrationen in ihren Produkten zu finden sind. Der Zertifikatslehrgang „Material Compliance Manager“ macht fit für diese Aufgabe – mit Knowhow zu den Grundlagen und zur praktischen Umsetzung.
Die Konformität eines Medizinprodukts beginnt im Kleinsten. Bei den Atomen und Molekülen, aus denen sich die Stähle, Legierungen, Kunststoffe, Beschichtungen oder Farben zusammensetzen. Diese Bestandteile unterliegen teils sehr strengen Reglementierungen und Grenzwerten – und führen dennoch eher ein Schattendasein. Vielleicht liegt es daran, dass die „Materialien“ sich dem Blick entziehen. Wer mag zum Beispiel einem Stück Stahl schon ansehen, ob mehr als 0,1 Massenprozent Kobalt enthalten ist? Wobei die 0,1 Prozent schon nahezu gigantisch anmuten, wenn man den Vergleich zur geplanten PFAS-Beschränkung zieht. Hier wird über einen Grenzwert von 25 ppb für einzelne nicht-polymerische PFAS-Verbindungen diskutiert. Also 25 Teile pro eine Milliarde. Um das anschaulich zu machen: Stellen sich einen aus Zuckerwürfeln aufgebauten Kubus mit 10 Meter Kantenlänge vor. Darin sind 25 „PFAS-Zuckerwürfel“ versteckt. Die zu darin zu finden, ist eine knifflige Angelegenheit!
„Material Compliance“ ist also die elementarste Form der Konformität – und ist alles andere als eine „trockene Materie“. Das beweist der Zertifikatslehrgang: Referenten aus Medizintechnik-Unternehmen vermitteln anschaulich und praxisnah, welche Vorgaben bestehen und wie sie umgesetzt werden können. Was dabei klar wird: „Material Compliance“ ist kein Spartenthema, sondern umfasst viele Abteilungen. Angefangen bei Entwicklung und Materialwirtschaft bis Qualitätsmanagement und Regulatory Affairs, von Nachhaltigkeitsanforderungen bis zu internationalen Zulassungsverfahren. Abgerundet wird der Knowhow-Gewinn durch zwei Präsenztage am NMI (Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut an der Universität Tübingen), wo unter anderem analytische Methoden sowie deren Aus- und Bewertung im Fokus stehen.
Was der Zertifikatslehrgang beinhaltet:
- 21. April 2026 (online): Einstieg, Definition, Rollen und Pflichten | Rahmenbedingungen: EU-weite Richtlinien und Vorgaben (MDR, RoHS, REACH)
- 22. April 2026 (online): Rahmenbedingungen: EU-weite Richtlinien und Vorgaben (u.a. POP-Verordnung, Biozidprodukte, Verpackungen, etc.)
- 23. April 2026 (online): Schnittstellen zu Nachhaltigkeitsanforderungen (Kreislaufwirtschaft, Eco-Design, Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz) | weitere Vorgaben wichtiger Märkte (USA, China RoHS, Tipps zum Umgang mit Regularien) | Mehrfachregulierungen und deren Auswirkungen | Material Compliance aus juristischer Sicht (gesetzliche Grundlagen, Folgen bei Nichteinhaltung)
- 19.Mai 2026 (Präsenz, Reutlingen): Umsetzung: Betroffene Bereiche und Prozesse im Unternehmen, Risikomanagement, Beschaffungsprozess, Produktentwicklungsprozess, Biokompatibilität, Change-Management | Material Compliance-Prozesse | Stakeholder | Compliance
- 20. Mai 2026 (Präsenz, Reutlingen): Scoping & Quellen: Wichtige Quellen für Vorgaben, relevante Datenbanken, Bewertung von Änderungen von Richtlinien oder Vorgaben, Konsultationen | Nachweise & Berechnung: Berechnungsgrundlagen (REACH, RoHS, MDR) | Analytik: Methoden, Aus- und Bewertung
Welche Nachlässe es gibt:
- 10 % für Nutzer des MedicalMountains-Vorteilspakets Med Alliance
- 10 % Frühbucherrabatt bei einer Anmeldung bis zu 4 Wochen vor Beginn
- bis zu 70 % ESF-Förderung für Unternehmen bzw. Teilnehmer aus Baden-Württemberg
Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeit:
- sind unter diesem Link zu finden!