Infomarkt der Möglichkeiten: Die Dos and Don’ts der Digitalisierung

Impulsvortrag und Paneldiskussion werfen Schlaglichter darauf, welche Aspekte Unternehmen beachten sollten

Gunnar Ulrich (DNV MEDCERT GmbH; von links), Alexander Fink (metecon GmbH), Leon Kobinger (CertHub GmbH) und Julia Steckeler (MedicalMountains GmbH) beim Infomarkt der Möglichkeiten.

Tuttlingen – Wenn schon keine eierlegende Wollmilchsau in Sicht ist: Wie lässt sich dennoch eine smarte Systemlandschaft schaffen? Der jüngste Infomarkt der Möglichkeiten startete mit Impulsvortrag und Panel rund um Digitalisierung – Schlaglichter beleuchten, was dabei an Dos and Dont’s zur Sprache kam.

Alexander Fink (metecon GmbH) gab den Impuls und auch die Richtung vor („Es gibt keine eierlegende Wollmilchsau“), ehe er zusammen mit Gunnar Ulrich (DNV MEDCERT GmbH), Leon Kobinger (CertHub GmbH) und Julia Steckeler (MedicalMountains GmbH) in die Diskussion ging („Von der Excel-Hölle zur smarten Systemlandschaft“). Entlang des roten Fadens ergaben sich einige Erkenntnisse und Tipps – mit denen die Teilnehmer teils auch die anschließenden Pitches besser für sich einordnen konnten. Erkenntnisse aus Impuls und Diskussionsrunde in Schlaglichtern:

  • Ein Unternehmen ist wie ein Organismus. Ein Tool allen kann nicht alle Bedürfnisse erfüllen. Zielführender ist eine Landschaft mit verschiedenen Tools, die zusammenspielen und Prozessketten optimal unterstützen.
  • Empfehlungen für die ersten Schritte: Datenflüsse anschauen – wer kommuniziert mit wem? Verantwortlichkeit festlegen – welches Team bietet sich als kontinuierlicher Mitdenker an? Ziele festlegen – was ist sinnvoll zu digitalisieren, wo soll begonnen werden?
  • Onboarding und Implementierung sind lange und arbeitsintensive Prozesse, für die Ressourcen geschaffen werden müssen.
  • Tools sollen auf Unternehmen vorbereitet werden, genauso aber auch Unternehmen auf Tools.
  • Digitalisierung bedeutet „wir arbeiten zusammen“ – nicht, „einer arbeitet 15 % schneller“.
  • Argumente pro Digitalisierung münden in: „Ein gutes Warum verträgt jedes Wie.“
  • Treiber für Digitalisierung können Audit-Abweichungen sein, um in „Brennpunkten“ besser zu werden.
  • „Keine Software kann fehlende Daten herbeizaubern.“ Aber: Eventuell kann Digitalisierung Vorgänge effizienter gestalten, beispielsweise eine dreistufige digitale Freigabe anstatt fünf manueller Schritte.
  • Teams können schnell überfordert sein. Es bietet sich an, bei einem Kristallisationspunkt zu beginnen, um aus ihm heraus Strategien aufzubauen und über die Kultur nachzudenken.
  • Woran scheitern Digitalisierungsprojekte? An überzogenen Erwartungen bei maximalem Zielbild, an Ressourcenmangel, an schlechter Konzeption, an unzureichender Kommunikation innerhalb eines Teams und außerhalb der Fachabteilung.
  • Eine Digitalisierungs-Strategie darf, muss dynamisch sein.
  • Was und wie auch immer digitalisiert wird: Aus Sicht Benannter Stellen zählt letztlich das regulatorische Ergebnis.
  • Eine digital erstellte Technische Dokumentation ist nicht automatisch eine bessere. Digitalisierung ist als Support gut, ersetzt aber nicht das Fachwissen.
  • KI tendiert dazu, mehr Text zu generieren als nötig. Die eigentliche Information ist oftmals gut darin versteckt.
  • Eine Benannte Stelle versteht sich nicht als „Detektiv“. Dass Anforderungen erfüllt werden, soll in der Dokumentation schnell und eindeutig nachvollziehbar sein und auf den Punkt gebracht werden.